Briefsammlung Peter Mathies. Brief Nr. 8

Nun meine lieben, unser Sehnen ist gestillt, nach langem, langem harren auf einen Amerikaner Brief, es war mir manchen Tag so (schwer) keine Nachricht, ob sie noch am Leben seien, Wenn ich wie ein Vogel hätte fliehen können, wäre ich hinüber geflogen und mal alles Rundschau bei Euch gehalten, hätte keinen Pass nötig gehabt, denn die geben sie [die Behörden] nicht, wäre denn über die Köpfe hinweg gesaust.

Briefsammlung Peter Mathies. Brief Nr. 7

Mein letzter Brief an Euch ist vom 4 Juli, № 12. Es beunruhigt uns, da gar keine Nachricht kommt, sollten die die Briefe in Beschlag nehmen? Dann lieber Johannes, müsste deine Handschrift verstellt werden, oder du musst deine Briefe an Heinrich Baum in Saratow adressieren, aber von dort bekommen wir sie auch mühselig, weil zu wenig nach Saratow gefahren wird. Na, die Zeit wird’s aufklären.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Teil 4 Brief Nr. 218 S. 196-197

Liebe Geschwister Hans, Ella und Helene! Heute auf Mittag kam dein Brief vom 13ten an, lieber Hans. Heute Abend also, um 8.30 Uhr dampft ihr von New York ab. Dieser Brief wird deshalb nach St. Louis geschickt und ist vielleicht schon an Ort und Stelle, wenn ihr an der Shaw Avenue ankommt, das heißt, wenn die Post Sonnabend ausgetragen wird. Hier ist am Sonnabendnachmittag keine Post Verteilung.

Briefsammlung Peter Mathies. Brief Nr. 6

Nun meine liebe, wir warten jeden Posttag auf einen Amerikabrief, aber vergebens bis jetzt und die Liebe zu Euch und die Sehnsucht, denn bald ist ein Jahr verflossen, wo wir uns zum letzten Mal in den Arme lagen und ins Auge schauten, die rückt heran und das quält mich, denn denkt nicht, wenn Ihr auch viele, viele Tausend Werst von uns getrennt lebt, Ihr deswegen in der Liebe verkürzt seid.
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