Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 32 S. 87 – 89

Geliebte Anna! da ich jetzt gerade ein bisschen Zeit habe, will ich so viel als möglich deine Fragen zu beantworten versuchen. Es sind heute 14 Tage, als wir hier zusammen mit den Eltern das Abendmahl nahmen, wir waren uns darin auch alle einig, Papa war zum ersten Mal in seiner Krankheit ganz angezogen, und blieb auch fast den Tag über auf, er sagte auch, ihm sei ganz wohl, und liegen könne er nicht, da ihm dann der Kopf und die Ohren sehr schmerzten.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 14 S. 037 – 041

Geliebte Eltern und Geschwister! Es ist Mittwoch, den 12. Januar. Johannes ist zur Abendstunde gegangen, die Kinder sitzen in der Mittelstube und lernen Gedichte zur Silberhochzeit, und ich sitze in der großen Stube vom Bettchen unseres kranken Lieschen . Ach meine lieben Eltern sie liegt einer kleinen Leiche ähnlich da. Sie liegt aber, wenn es irgend ihre Krankheit zulässt, ohne Bedürfnisse ruhig da.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 12 S. 032 – 033

Meine liebe Freundin Cor . Wall! Der liebe teure Heiland sei mit dir und deinem ganzen Hause. Lange und oft schon hat es mir getrieben, einmal wieder an dich zu schreiben, aber wegen meinem Augenübel habe ich lange nicht schreiben können, bin mit meinem Mann und außer Dietrich, mit allen Kindern meist 3 Woche in Saratow gewesen, dann zu Hause noch Medizin, nach gebraucht. So weit bin ich jetzt wieder hergestellt, dass ich Handarbeit tun und auch schreiben kann, für mich ist es natürlich etwas schwer gewesen.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 11 S. 029 – 031

In dem Herrn geliebte Schwester Bergmann! Die große Barmherzigkeit und Leutseligkeit unseres Gottes, die sich in Christo Jesu geoffenbart hat, sei dein Trost und Halt in den Tagen des Trübsal und Anfechtung. Gewiss ist unser aller Stimmung und Flehen, wie Davids, da er sich in 61. Psalm also hören lässt: „Höre, Gott, mein Geschrei, und merke auch mein Gebet hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich führen auf einen Hohen Felsen.“

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 10 S. 027 – 028

Aelteste zu sein, o meine lieben Eltern, da können sie sich wohl denken wie mir dabei zu Mute war, weiß ich doch nur zu gut. Wie untüchtig ich zu allem Guten bin, hat auch die Trennung, von Ihnen manches abgestreift, so ist doch noch vieles was ich weiß, dass es nicht also sein soll, mir ist bange, wenn ich an die Zukunft denke, darum meine teuren Eltern, bitte ich recht innig beten Sie doch oft und viel für mich, ich fühle es, dass ich es sehr bedürftig bin.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 9 S. 024 – 026

Die vorrigste Woche kamen hier nach Köppenthal viele Briefe an. Ohne die Postkarte von Euch und Marichen ihre, erhielten wir noch einen von Jacob Hein. Den von eurem Bruder Franz einen an H. Ott, der schon in Taschkent gewesen, von dort aber nach Aluata geschickt, dann einen von Joh. Epp an Peter Kopper, von der Frau an Frau Franz Epp, von David Toews mit Karte an Wit[we] Wall auch einen von Tinchen Wiebe, den haben wir noch nicht gelesen.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA. Brief Nr. 8 S. 022 – 023

Liebe Anne! Nur noch ein Briefchen an dich liebe Schwester. In Gedanken schreibe ich oft und viel, aber wenn ich schreiben will, dann geht es lange so gut nicht. Erstens will ich dir erzählen wie drock ich es immer habe. Kleider habe ich in Arbeit, eins schwarzes für Mama, und ein Baumwollkleid für mich. Ich will es einmal versuchen, aber das Waschen wird mir wohl ein altes werden, wenn es mir nicht so gefallen hätte, hätte ich es auch nicht genommen, ich werde ein Stückchen einlegen. Für die Petersen und ihre Marichen habe ich Schürze gemacht.

Alte Briefe Am Trakt – Aulie-Ata – USA Brief Nr. 6 S. 016 – 018

Seit ich den Anfang machte, ist schon wieder mancherlei geschehen, der Herr ruft ein Kind nach dem andern, wer weiß, vielleicht ist auch bald die Reihe an mir. Nun wie Gott will, zu beidem bin bereit. Wie gut ist doch unser lieber Vater dort oben. Ich will noch etwas bemerken wie Sie den letzten Tag noch ehe sie abfuhren, die letzte Nacht träumte mich, Schwester Marie sagte zu mir Tinchen
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